Ich habe Cakepops gemacht.
Vor ungefähr einem Jahr hätte da in meinem Freundeskreis niemand auch nur darauf reagiert, ich hätte höchstens ein müdes Lächeln geerntet. Und das nicht, weil niemand wusste, was genau Cakepops eigentlich sind. Nein, vielmehr habe ich vor einem Jahr eigentlich kaum noch was anderes gebacken als eben - Cakepops.
Es gab Eierlikörcakepops zu Silvester (gut!), im Sommer Zitronencakepops (besser!), für die Freundin, die heuer die Prinzessinnentorte bekommen hat, Schokocakepops mit Marzipanfüllung (am besten!). Zudem Spekulatiuscakepops (mmmmh!) und Cheesecakepops (knifflig, aber mmmmmmmmh!). Cakepops in Form von Kettensägen, Fußbällen, Tennisbällen und Herzen.
Ich hatte zu diesem Zweck in Canada Zuckerstreusel und Speisefarbe gekauft für die nächsten zehn Jahre, doch dann war irgendwann die Luft raus. Und die Lust auch.
Ich fing an, gesünder zu backen. Wenig Zucker, Vollkornmehl, getrocknete Früchte statt Schokolade, Speisefarbe schon überhaupt nicht.
Auch da verging mir irgendwann die Lust.
Die nächste Welle waren Cupcakes.
Auch nur von mittelfristiger Dauer. (Ja, ich weiß, es war sehr konsequent von mir von ganz gesund backen zu den schlimmsten Kalorienbomben überhaupt zu wechseln. Konsequenz sollte mein zweiter Vorname sein. Wenn ich nicht schon einen hätte.)
Dann entdeckte ich Fondant für mich.
Diese Begeisterung hält noch an, ist allerdings etwas zeitaufwendig.
Diese Woche dann, ich liege - nichts Böses ahnend abends im Halbschlaf auf der Couch - kommt es unvermittelt von links: Cakepops haben wir auch schon lange nicht mehr gegessen.
Diese - wie mir im Nachhinein versichert wurde völlig nicht berechnende - Feststellung hat es doch tatsächlich geschafft, mich bei meinem Ehrgeiz zu packen.
An meinem letzten Urlaubstag habe ich mich also in die Küche gestellt und Cakepops gemacht.
Schokocakepops mit Kokos.
Kokoscakepops mit Schoki.
Man weiß es nicht.
Was ich aber weiß: Marzipan? Spekulatius? Eierlikör? Zitrone?
Pffffff!
Schokokokos!
Meine neue Liebe!
Die Pops sind nicht übertrieben süß, was ich sehr gern mag. Man könnte auch mehr als einen essen, aber durch die zwei Tafeln Schokolade, die sich im Teig verstecken, sind diese Herzchen doch relativ gehaltvoll.
Ein gut versteckter Zuckerschock also!
Und wer Allergiker in der Familie hat: Der Teig wird ohne Mehl gebacken, diese Cakepops sind glutenfrei.
Rezept:
Kuchen:
200 g Zartbitterschoki
40 ml Espresso mit Kokosgeschmack (normaler Espresso geht natürlich auch)
4 Eier
150 g Butter
150 g Kokosraspel
Frosting:
100 g Butter
100 g Frischkäse
3 EL Kokosmilch
50-70 g Puderzucker
Glasur:
Zartbitterkuvertüre
50 g Kokosflocken
Ofen auf 150° C Umluft vorheizen.
200 g Schoki mit frisch aufgebrühtem Espresso über dem Wasserbad schmelzen, glatt rühren.
Währenddessen die Eier trennen und in einer Schüssel die Eiweiß steif schlagen, in einer anderen Schüssel die Eigelbe mit der Butter cremig rühren. Flüssige Schoki unter die Butter-Ei-Masse rühren.
Dann Eischnee unterziehen, Kokosflocken unterheben und in eine gefettete, mit Kakao ausgestaubte Kastenform geben.
Kuchen 45 Minuten backen, gut abkühlen lassen, mit den Händen in eine Schüssel bröseln.
Frosting: Butter mit Puderzucker cremig rühren, Frischkäse und Kokosmilch unterrühren. Das Frosting portionsweise (!) unter die Kuchenbrösel rühren. Der Basiskuchen ist sehr feucht, man braucht nicht die ganze Menge des Frostings, um die richtige Cakepops-Konsistenz zu erhalten.
Mit den Händen Golfball-große Kugeln formen, im Kühlschrank am besten über Nacht durchkühlen lassen.
Kuvertüre schmelzen, die Cakepops-Steckerl etwa 1 cm in Kuvertüre tauchen, in den Kuchenball stecken und trocknen lassen. Auf diese Weise mit allen Kuchenbällchen verfahren.
Die Oberfläche der Cakepops sollten für den nächsten Schritt am besten Zimmertemperatur haben, ansonsten läuft man Gefahr, dass der Kuvertüre-Überzug Risse kriegt.
Die Cakepops ganz in die Kuvertüre tauchen, abtropfen lassen und sofort mit Kokosraspeln bestreuen. Trocknen lassen. Zum Trocknen am besten in ein Styropor stecken.
Mich hat das Cakepops-Fieber wieder, ich überlege schon, welche Geschmacksrichtung ich als nächstes versuche. Zuerst muss ich allerdings jemanden finden, der diese Ladung hier isst!
Ich such dann mal nach Abnehmern - also für die Cakepops, nicht nach Menschen auf Diät!
Eva